Die Helm-Story: Geschichte(n) eines Odenwälder Traditionsunternehmens

Die Geschichte der Firma Helm beginnt unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg. Mit der Herstellung von hölzernen "Äppelkisten", Schaufeln und Axstiele  entwickelt sich die Helm KG bereits Anfang der 60er Jahre zum Bau-Fachmarkt und innovativem Hersteller im Bereich Türen, Tore, Fenster....

1945-1959 – Von der Äppelkiste bis zum Schäferwagen

Johann Helm beweist Mut und Gründergeist. In schwierigen Zeiten fertigt er Bodenständiges und Kurioses – je nachdem, was der Markt verlangt …

Die Geschichte der Firma Helm beginnt unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg. Firmengründer Johann Helm ist gelernter Wagnermeister – und somit eigentlich auf den Bau von Holzrädern spezialisiert. In seiner eigenen Firma fertigt er jedoch zunächst hölzerne „Äppelkisten“ sowie Stiele für Äxte, Schaufeln und anderes Werkzeug. Eben alles, was in der Nachkriegszeit gebraucht wird.

Firmensitz der Helm KG ist die Kernstadt Bad König. Dort baut Johann Helm nach und nach mit großem Fleiß und Beharrlichkeit ein Familienunternehmen auf, das sich ab der ersten Stunde an den Bedürfnissen des Marktes orientiert. So legt er den Grundstein für gesundes Wachstum und einen soliden Betrieb, der bis heute Bestand hat.

Im Team mit seinen ersten Mitarbeitern wagt sich Johann Helm in den folgenden Jahren auch an größere Projekte. Eines davon sei hier besonders erwähnt: Die mobile Schäferhütte aus dem Hause Helm. Dabei handelt es sich um einen von einem kleinen Pferd geführten Holzanhänger mit verschindeltem Dach, der Schäfern als begehbarer Aufenthaltsraum und Wetterschutz dient. Auf den ersten Blick ein kurios anmutendes Projekt, das für die damalige Zeit aber höchst fortschrittlich und vor allem nützlich war – vielleicht sogar eines der Vorbilder für den heutigen Bauwagen.

Die 1960er Jahre – Geburtsstunde des Odenwaldtors

Die Frage „Was braucht der Markt noch?“ bringt Johann Helm auf immer neue Ideen. Mit dem Odenwaldtor schafft er ein innovatives Garagentor, das bis heute in der Region und weit darüber hinaus bekannt ist …

Bis Anfang der 60er Jahre etabliert sich Firma Helm in der Region als regelrechter Bau-Fachmarkt. Zum breitgefächerten Sortiment gehören Türen, Tore und auch Rollladenzubehör. Der Betrieb platzt aus allen Nähten und lagert die Fertigung daher die Berliner Straße aus.

Dort werden unter anderem Brandschutztüren aus Stahl komplett in Eigenproduktion gefertigt. Und natürlich das bekannte Odenwaldtor – ein Garagen-Schwingtor aus Holz, bei dessen Produktion Johann Helms Ehefrau Helene anfangs sogar mitanpacken muss. Sie hilft ihrem Mann so lange beim manuellen Wenden der tonnenschweren Tore, bis er dafür eine mechanische, motorgesteuerte Lösung entwickelt. Kaum zu glauben, aber wahr!

Auf der Torgriffgarnitur ist „Odenwaldtore J. Helm KG“ eingestanzt. Alte Scharniere mit dieser Gravur gibt es auch heute noch. Und Firma Helm hat sie nach wie vor auf Lager, für den Fall, dass ein Original-Ersatzteil benötigt wird.

1970er und 80er Jahre – Türen, Tore, Fenster

Wieder eine sehr bewegte Zeit für die Firma Helm. Das Produktspektrum und die Mitarbeiterzahlen wachsen, das Bauträgergeschäft blüht. Johann Helm übergibt die Firma an die nächste Generation …

Auch die 70er Jahre sind von Wachstum geprägt. Firma Helm ist in dieser Zeit in zahlreiche Bauträger-Projekte eingebunden. Das Team realisiert komplette Dach- und Innenausbauten sowie Fenster, Türen und Haustüren. Auch das Geschäft mit den Privatkunden floriert.

Ein wichtiger Meilenstein in diesem Jahrzehnt ist die Übergabe der Firmenleitung von Johann Helm an seinen Sohn Wilhelm. Der gelernte Schreiner tritt in die Fußstapfen seines tüchtigen Vaters und steht ihm in nichts nach. Die Mitarbeiter erleben ihn als jemanden, der gern selbst anpackt und sich für nichts zu schade ist. Er hilft, wo er kann - ein Nein gibt es bei ihm nicht. Wann immer er die Nase voll hat von der Büroarbeit, geht er raus und packt mit an bei der Montage.

Mit einem stetig wachsenden Team bewältigt er auch in den 80er Jahren immer größere Aufträge rund um Türen, Tore und Fenster.

Die Wendezeit – Konzentration aufs Kerngeschäft

Mit der Wende im Jahr 1989 kommen Chancen und Risiken auf die Firma Helm zu. Mit Bodenständigkeit, Vernunft und Fleiß lenkt Inhaber Wilhelm Helm die Geschicke des Unternehmens in sichere Bahnen …

Nach der Deutschen Wiedervereinigung wollen viele Bauträger in den Neuen Bundesländern expandieren. Sie versprechen sich riesige Marktchancen und investieren eine Menge Geld in das vermeintlich gute Geschäft. Diese Fehleinschätzung kostet einige Firmen die Existenz.

Firma Helm ist nicht von der Pleitewelle betroffen. Dies verdankt das Unternehmen vor allem seinem Inhaber und Geschäftsführer Wilhelm Helm, der in dieser Situation auf den Standort Odenwald setzt. Indem er sich dort auf das Kerngeschäft konzentriert, sichert er den Fortbestand der Firma.

Von Bad König aus ist das Unternehmen in einem Radius von 120 Kilometern im Rhein-Main-Gebiet bis in den Taunus für seine Kunden tätig. Der neue Schwerpunkt ist das Privatkundengeschäft mit klarem Fokus auf Qualität und Service. Eine Ausrichtung, die das Unternehmen bis heute prägt.

Die Jahrtausendwende – Der Familienbetrieb geht in neue Hände

Anfang des neuen Jahrtausends beginnt für die Firma Helm eine neue Ära. Wilhelm Helm übergibt das Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter.

In den Jahren 2001 und 2002 passiert etwas Einschneidendes: Firma Helm verlässt die Familie und bleibt sich dennoch treu. Wie kann das sein? Wilhelm Helm übergibt die Geschicke des Unternehmens an Klaus Matis, der nun alleiniger Geschäftsführer und Gesellschafter wird. Als langjähriger Mitarbeiter ist Klaus Matis seit den 70er Jahren im Unternehmen aktiv; er kennt es in- und auswendig. Auf diese Weise sorgt er für Kontinuität und kann den Charakter des Familienunternehmens bewahren.

Ab 2015 leitet Klaus Matis durch den Verkauf von Firmenanteilen bereits die Übergabe an den heutigen Alleingesellschafter Jochen Blatz ein. Auch er ist ein langjähriger, sehr engagierter Mitarbeiter des Unternehmens – ein Nachfolge-Konzept, das sich erneut bewährt.

2015 bis heute – Modern, kompetent und kundenfreundlich

Wo steht die Firma Helm heute? Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Alleingesellschafter und Geschäftsführer Jochen Blatz hat eine Vision …

Als Jochen Blatz 1988 als ausgebildeter Schreiner ins Unternehmen kommt, freut sich Wilhelm Helm – selbst Schreiner – über diesen Neuzugang aus seinem eigenen Metier. Der passt hier rein, denkt er sich. Und damit hat er Recht, wie man heute sehen kann.

Jochen Blatz hält die Werte des einstigen Familienbetriebs hoch: Fleiß, Wachstum mit Augenmaß, Fokus auf das Menschliche – sowohl in Bezug auf die Kunden als auch die Mitarbeiter – und nicht zuletzt Stolz auf die Firma.

Gleichzeitig achtet er darauf, dass der Betrieb mit der Zeit geht und die Bedürfnisse des Marktes stets im Blick hat. „Das war seit jeher das Anliegen und Erfolgsrezept der Firma Helm,“ so Jochen Blatz. Aktuell geht es für Ihn beispielsweise um SmartHome, Automatisierung, Digitalisierung und andere Zukunftsthemen, mit denen sich das Unternehmen im Sinne der Kunden beschäftigt.

„Manche Kunden wissen gar nicht, was wir außer Toren noch können und leisten,“ sagt Jochen Blatz. Um das breite Angebotsspektrum bekannter zu machen, nutzt Firma Helm verstärkt auch die Sozialen Netzwerke, wie Facebook und Instagram. Der Betrieb soll weiter wachsen und gedeihen. „Alles mit Augenmaß und auf Augenhöhe mit Kunden und Mitarbeitern,“ betont Jochen Blatz.

Das gute Miteinander und der rege Austausch im Team ist dem Alleingesellschafter und Geschäftsführer sehr wichtig: „Im Gespräch entstehen viele gute Ideen, die uns als Betrieb nach vorne bringen und dafür sorgen, dass wir uns ständig erneuern. Und darum geht es mir: Firma Helm als Förderer von Innovation zu etablieren – das schaffen wir nur gemeinsam.“

„Wir freuen uns darauf, unseren Kunden zu zeigen, dass Sie noch viel von uns erwarten können! Das ist die Herausforderung, die uns alle motiviert und antreibt. Nehmen Sie uns beim Wort!“